Alten Bauernhof restaurieren

Veröffentlicht am 11. März 2009 von Malin

Immer mehr Städter träumen davon, einen alten Bauernhof zu restaurieren und dort zu leben - umgeben von Natur anstatt umnebelt von Abgasen. Es gibt nicht ohne Grund den Spruch: “Träume nicht dein Leben - lebe deine Träume”. Wie also setzt man den Traum in Realität um?

Altes Bauernhaus restaurieren

Altes Bauernhaus restaurieren

Wenn man nicht selbst Landwirtschaft betreiben will, sucht man sich einen Resthof. Ein Resthof ist ein Bauernhof, der nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird. Davon gibt es relativ viele, je nach Region können sie ganz unterschiedlich aussehen - von schmucken Fachwerkhäusern bis zu heruntergekommenen Ruinen in atemberaubender Landschaft. Beachten muss man: Ein Resthof ist kein Bauernhof mehr. Die umliegenden Felder sind oftmals bereits verkauft oder verpachtet - trotzdem kann das Grundstück noch recht groß sein. In Ostdeutschland gibt es Resthöfe (und andere alte Bauernhöfe) teilweise ziemlich günstig.

Vielleicht will man auf dem Resthof einfach nur wohnen - oder man will auf einem alten Bauernhof als teilweiser Selbstversorger leben, indem man zum Beispiel eigenes Obst und Gemüse anbaut, vielleicht auch ein paar Schafe, Enten oder andere Tiere hält. Je nach Lage und Größe des Hofes und des umliegenden Grundstücks sind auch andere Nutzungen denkbar:

  • Wenn der Hof zu groß für die eigene Familie ist, kann man Wohnungen vermieten.
  • Man kann einen Teil des Hofs zu Ferienwohnungen bzw. Fremdenzimmern umwandeln.
  • Man kann auf den Hof ein Seminarzentrum einrichten.
  • Denkbar ist auch eine Gaststätte oder ein Restaurant. Man könnte zum Beispiel den Sommer über am Wochenende kleine Snacks und Gerichte für Ausflügler anbieten.
  • Scheunen kann man als Lagerräume verwenden.
  • Auch weitere gewerbliche Nutzungen sind denkbar.

Wie findet man einen alten Bauernhof/Resthof?

  • Immobilienportale im Internet
  • Immobilienteil der örtlichen Zeitungen
  • Evtl. bei Bekannten herumfragen
  • Die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. kann manchmal Bauernhäuser vermitteln.
  • Auch Zwangsversteigerungen können ein Weg sein, um günstig einen Bauernhof zu finden.
  • Auch Makler können bei der Suche helfen (vorher Provisionshöhe aushandeln).

Was für einen Hof suche ich?

Sinnvoll ist es, sich über die eigenen Kriterien für einen Bauernhof/Resthof klar zu werden:

  • Was darf der Hof kosten?
  • Wie groß soll der Hof sein?
  • Wie soll/darf der Zustand sein? Wieviel kann und will man selbst renovieren bzw. sanieren? Was darf das kosten?
  • In welcher Gegend soll der Hof sein?
  • Wie soll der Hof gelegen sein? Ländlich ja, aber nicht einsam? Dörflich oder eher abgeschieden?
  • Benötigt man bestimmte Verkehranbindungen (z.B. Zug)?
  • Welche Infrastruktur in der näheren Umgebung braucht man (einkaufen, Arzt, Schule…)
  • Darf der Hof unter Denkmalschutz stehen? (Kann Steuervorteile bringen, bringt aber auch bestimmte Einschränkungenmit sich.)
  • Ist eine Umnutzung des Bauernhofs für private und gewerbliche Nutzung möglich? (Beim örtlichen Bauamt nachfragen, wenn man einen konkreten Bauernhof ins Auge fasst.)

Dazu können je nach individuellen Bedürfnissen und Wünschen noch eine ganze Reihe weiterer Kriterien kommen. Vielleicht soll es auf jeden Fall ein Fachwerkhaus sein, vielleicht will man am Wasser wohnen, vielleicht sollen Boden und Mikroklima geeignet sein, um bestimmte Pflanzen anzubauen oder Tiere zu halten. Vielleicht möchte man im Umkreis einer größeren Stadt wohnen, in der man seinen Arbeitsplatz hat. Und so weiter und so fort.

Was heißt sanieren/renovieren/restaurieren?

  • Renovieren heißt, ein Gebäude instandzusetzen: Man beseitigt Spuren der Abnutzung und stellt den ursprünglichen Zustand wieder her. Das kann viel Arbeit bedeuten, heißt aber, dass die Bausubstanz noch in Ordnung ist.
  • Sanieren hingegen geht deutlich über die Instandsetzung hinaus: “Sanierungsbedürftig” kann heißen, dass ein Gebäude kurz vor der Abbruchreife steht, das Mauerwerk teilweise marode ist, das Gebäude Feuchtigkeitsschäden hat usw. Eine Sanierung schließt erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz mit ein.
  • Restaurieren meint Maßnahmen zur Erhaltung von Objekten der Kulturgeschichte (also auch erhaltenswerter Gebäude). So spricht man zum Beispiel von “denkmalgerechter Restaurierung”.

Weitere Informationen zum Thema kann die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. geben.

Foto von Fr Antunes, CC-Lizenz.

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Über dieses Blog

Schon einige Zeit habe ich darüber nachgedacht zu bloggen. Doch mein Leben ist zu alltäglich, um darüber zu berichten - ich kann weder eine Weltumsegelung noch die Besteigung von Achttausendern anbieten (ok, da könnte es mit der Internetverbindung auch etwas schwierig werden). Dann merkte ich, dass viele Menschen auf der Suche nach guten Tipps zu Alltagsthemen sind - und weil ich nun mal am liebsten im Garten bin und aus unseren Erlebnissen beim Hausbau einiges berichten kann, entstand "Garten! Haus bauen!".

Malin